Leserbriefe
aus Heft Nr. 60, November/Dezember 2000


Lästerhaftes Verhalten? 

Zum Reisebericht Texel in M-G 58. 
Ich bin mit eurer Zeitung im großen und ganzen zufrieden und freue mich auf
jeder Ausgabe. Eure Fahrberichte beschränken sich auf das Wesentliche und sind trotzdem informativ. Aber meint ihr nicht, das ihr euer lästerhaftes Verhalten über die Ostblock-Technik übertreibt? Warum muss das immer ein Dnepr oder Uralfahrer gewesen sein, wenn Motorradzubehör gefunden wird. Vielleicht war es ein Harleyfahrer, der seine Tube Loctite vergessen hat oder er hat festgestellt, dass an sein Motorrad Teile von Marke aufgehender Sonne verbaut wurden oder ein Japanfahrer hat den Drehzahlbereich überschritten? Was ich damit sagen will: Man kann einen Witz ein- oder zweimal erzählen. Wiederholt man sich, wird der Witz langweilig. Also denkt bitte bei den Fahrberichten darüber nach, wie oft ihr über die selbe Sache lästert. Denn wir fahren alle nur Motorrad und keine Wunderdinger. Bei der nächsten Panne bist du vielleicht froh wenn dir ein Fahrer hilft, der ein Fahrzeug fährt, das aus dem Ostblock stammt. Ansonsten wünsche ich euch viele pannenfreie Kilometer und macht weiter so Ich selber fahre ein Ural-Gespann und das seit mehreren Tausend gefahrenen Kilometern: Und nicht nur Einfahrt rauf und runter.

Ribana per E-Mail


Kein Mensch schraubt?

Da gibt es endlich ein Mittelklassemotorrad mit geregeltem Katalysator und kein Mensch schraubt einen Beiwagen dran. Oder vielleicht doch? Eine Kombination von BMW F 650 und Bobby von Motek wäre doch recht nett

M. Sander, Moers

Anm. d. Redaktion: Es wurde bereits geschraubt. Im Juli/August stand die neue BMW F 650 GS bei der Firma Stern auf der Bühne. Wegen des neuen Rahmens ist der Umbau sehr aufwendig. Allein um das hintere Federbein auszubauen, um zum Beispiel eine stärkere Feder zu montieren, muss der Tank entfernt werden. Auf alle Fälle erhielt die BMW eine geschobene Schwinge, 15“-Speichenräder und einen EZS-Compact als Stützrad.


Zu teuer?

Wir haben den Bericht in der Motorradgespanne Nr. 58 über den Umbau einer NTV mit dem EZS-Compact gelesen.
Super dachten meine Frau, ich und mein Tochter. Endlich ein Gespann, das man sich leisten kann. Die NTV besitzen wir bereits. Also schnell bei der Firma Carell angerufen und erhielten den Preis: Ab 15.000 bis 20.000 Mark. Es ist eigentlich schade.  Nach dem Bericht dachten wir einen Umbau gefunden zu haben, den sich eine Familie mit Kind leisten kann, ohne gleich zur Bank zu laufen. Wenn für den Umbau eines  Mittelklassemotorrades fast 20000 Mark fällig werden, müssten wir noch lange auf ein Gespann warten, oder auf dem Gebrauchtmarkt suchen.
Ich musste mal meinen Ärger über die hohen Preise Luft machen.

Stefan Ringl, Per E-Mail


Falsche Felge?

Mein Gespann, eine MZ 500 mit Watsonian Monaco, wurde vor einigen Jahren von AT Zweirad in Dormagen gebaut. Der TÜV hat die Felge 3.00 D x 15 eingetragen, tatsächlich ist aber eine Felge mit der Kennung TCR eingebaut. Erst durch den Leserbrief  von Herrn Krämer aus Remscheid habe ich mir die Felgenkennung angesehen und bemerkt, dass eine falsche Felge eingebaut ist.
Angeregt durch das Forum habe ich mir vor einigen Wochen die Felge etwas nach links umspeichen lassen und den Conti 135/70 x 15 aufgezogen. Gibt es eine Möglichkeit, Motorradfelge und Smartreifen zu legalisieren?

Reiner Lehmann, Alfter

Anm. d. Red.: Sie werden nicht umhin kommen, die richtige Felge zu verwenden. Das sollten Sie auch im eigenen Interesse der Sicherheit tun.


Warum?

Die Zeitschrift Motorrad-Gespanne liest sich für mich in der letzten Zeit wie ein Werbeblatt der deutschen Gespannhersteller, um dem Leser Gespanne zu absolut utopischen Preisen schmackhaft zu machen. Desillusioniert durch Umbaupreise von 20.000 bis 25.000 Mark für ein familienfreundliches Gespann orientierte ich mich in der französischen Gespannszene und wurde fündig: Umbau einer Yamaha XJR 1200 mit 14“-Kitt, Schwinge und 2-Sitzer-Beiwagen für 13.000 Mark. Da Ihnen der Hersteller dieses Angebotes Produc`Side in Malataverne bekannt ist, hätte ich erwartet, dass sie dieses interessante Angebot Ihren Lesern vorstellen.  Mein Verdacht ist folgender: Sie können interessante und günstige Produktionen aus dem europäischen Ausland nicht vorstellen, da sonst die deutsche Händlerschaft ihre Werbeseiten in der Zeitschrift kündigt.  Warum ist es nicht möglich, in Deutschland ein familienfreundliches Gespann unter 30.000 Mark zu erwerben?

Thomas Jung, F-Spicheren 

Anm. d. Redaktion: Warum es in Deutschland nicht möglich ist, ein familienfreundliches Gespann für unter 30.000 Mark zu erwerben, müssen wir die Händlerschaft fragen. Mit der Gespann-Vertriebs-Gemeinschaft (GVG) vor einigen Jahren waren Ansätze in dieser Richtung zu sehen. Ein komplettes Suzuki-GSX-1100-G-Gespann kostete unter 30.000 Mark. Produc`Side in Frankreich ist uns selbstverständlich bekannt, in der Regel auch die verschiedenen Angebote dieses Herstellers. Allerdings macht es keinen Sinn, Preisangebote aus Frankreich zu veröffentlichen. Denn damit sind noch keinesfalls Transportkosten, TÜV und Zulassung geklärt. Dem Vorwurf, ein Werbeblatt der deutschen Gespannhersteller zu sein, müssen wir allerdings entgegentreten. Dem Eigenbaubereich räumen wir in fast jedem Heft einen großen Teil ein - messen Sie uns mit anderen Zeitschriften.. Leserberichte und Erfahrungen werden ebenso veröffentlich wie alle Tipps, die den Geldbeutel entlasten. Und dass der ein oder andere Händler schon mal seine Anzeigen gekündigt hat, weil er mit der Berichterstattung nicht einverstanden war, ist schon öfter vorgekommen als der Leser es vielleicht bemerkt. Wir machen eine Zeitung für unsere Leser und denen sind wir verpflichtet. mf


Rücksichtslose Verkehrsteilnehmer?

In meinem Schreiben möchte ich mich auf den Brief der Firma Motowig in Motorrad-Gespanne Nr. 58 zum Thema „Sicherheit“ beziehen! Und ich würde gern über euere Zeitschrift eine sinnvolle Diskussion zu diesem Thema anstoßen wollen.
Sicherheit! Das war für uns (Papa 31 Jahre, Mama 28 Jahre, Elisa 13 Monate und Erik knapp 3 Jahre) stets eine zentrale Frage, als wir uns 1998 entschieden auf ein Gespann umzusteigen. Wir kauften unser Gespannmotorrad, eine VN 1500 von Kawasaki, und sparten dann zwei Jahre auf den Seitenwagen. Dieses Jahr war nun der Augenblick gekommen und wir ließen unsere VN bei Helmut Walter mit einem Jewell-Zweisitzer zum Gespann umbauen.
Angst hatte ich zu Beginn nur vor meiner fehlenden Fahrpraxis, die ich durch das Buch „Handbuch für Gespannfahrer“ von Edmund Peikert aufbessern wollte. Das Buch gab wirklich gute, verständliche und praktische Hinweise, die mir ein bis heute unfallfreies Gespannfahren ermöglichen. Als ich mich „eingefahren“ hatte, machten wir mit unseren Kindern jedes Wochenende einen Gespannausflug im Thüringer Wald.
Das große und in der verfügbaren Presse auch stets gewichtige Problem der Beherrschung des Gespannes trat in den Hintergrund und ein anderes Problem, welches ich nicht beeinflussen kann, wurde immer deutlicher: Fehlende Vorsicht und Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer! Ungezählte rücksichtlose Überholmanöver des Gegenverkehrs, fast ein schwerer Unfall, als uns von einer Frau in Gera die Vorfahrt genommen wurde, und viel zu dichtes Auffahren auf das Gespann.
Besonders aber macht mir das zu knapp seitliche Vorbeifahren der anderen Verkehrsteilnehmer und das Fahren des Gegenverkehrs auf unserer Fahrbahn z.B. bei schnellen Kurvenfahrten oder beim Überholen zu schaffen! Stell Dir vor, ein Sattelzug überholt mit voller Fahrt einen Fahrradfahrer und zieht vor Deinem Gespann auf Deine Fahrbahn! Du kannst nicht rechts rüber, da ist kaum Platz! Im Nachhinein frage ich mich oft, warum nur so rücksichtslos gefahren wird? Denkt denn jeder nur er oder sie ist allein der Nabel der Welt und der Rest soll warten? Oder haben viele beim § 1 der StVO geschlafen? Jedenfalls haben wir einige negative Erlebnisse gemacht, welche mich schon zu der Überlegung bringen das Gespannfahren aufzugeben, um nicht die Familie zu gefährden.
Doch eigentlich will ich das nicht, denn es war immer mein Traum mit der Familie im Gespann unterwegs zu sein! Darum möchte ich gern mal wissen, wie andere Gespannfahrer mit solchen Gefahren umgehen und was sie zur Verbesserung getan haben! Ich selbst denke zur Zeit über einen nicht TÜV-konformen großen Scheinwerfer auf dem Seitenwagen , über eine Warnblinkanlage und linksseitige Abstandshalter nach!

Ingo Rüppner, Zeitz

Anm. d. Redaktion: Unser Leser Ingo Rüppner hat ein Thema angerissen, mit dem wohl schon mal jeder Gespannfahrer konfrontiert wurde. Schreiben Sie uns Ihre Meinung.


Keine Probleme

An meinem 1000er Boxer-Gespann Baujahr 1978 fahre ich seit mehreren Jahren den Umbau der Firma FuTech. Jeden Winter fahre ich durch. Die tiefste Temperatur für den außenliegenden Ölfilter und den Ölkühler mit Thermostat waren minus 25 Grad. Ich hatte noch nie Probleme.  Mein Boxer hat inzwischen 245.320 Kilometer im Originalzusrtand hinter sich und läuft immer noch gut.

Klaus Kainhuber, München


Gewusst wie!

Gewusst wie, dachten sich wahrscheinlich auch die Mechaniker der Giessener BMW-Werkstatt, nachdem sie den Entlüfter-Nippel des originalen EML-Bremssattels nach einer erfolglosen Getriebereparatur abgerissen hatten.
Da ein originaler Sattel nicht aufzutreiben war, sandte mit Falk Hartmann kurzer Hand einen Grimeca-Sattel zu. Dieser  wurde wiederum in der Giessener Werkstatt montiert. Schon beim nach Hause fahren stellten sich Schleifgeräusche in Linkskurven ein. Die Rücksprache mit dem Werkstattmeister  brachte dann die Erkenntnis, dass der neue Sattel wohl etwas „zurechtgeschliffen“ werden musste und man auf keinen Fall „mehr abnehmen“ könne.
Fachgerechte Abhilfe schuf ein bei BMW-Enders, speziell angefertigter Distanzring, der das Beiwagenrad leicht nach außen versetzt. Da sich das Rad nach dieser Maßnahme bis heute „schleiffrei“ dreht, hat wohl jede Werkstatt ihre eigene Auffassung von „gewusst wie“.

Uwe Mohr, Solms Niederbiel


 

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